Artist Statement

"Erinnerte Landschaften"

aktuelles Atistsatement (2013) 

Der soziale und politische Aspekt der Kunst ist mit sehr wichtig. Deswegen hatte ich meine Ateliers bis jetzt bei den freien Berliner Atelierhäuser wie: BLO-Ateliers, Liegenschaftsfonds, Tacheles, RAW-Tempel. 

Wenn ich früher vorwiegend Stadtlandschaften aus Vogelperspektive mit Panoramablick malte und meiner Aufmerksamkeit der Farbe und der Struktur der Stadt von oben widmete, wendete sich mein Interesse in dieser Zeit der freien Assoziationen und Reflexionen der mich umgebenden Stadtkulisse.  

Die verschiedenen optischen  Elemente in meinen Arbeiten gehen aus einer Vielzahl von Quellen und Prozessen hervor.  Wenn Street-Art die Werke in das Straßengeschehen setzt, bringe ich die Street Art Elemente von der Straße, von den Hauswänden auf die Leinwand im Atelier zurück.  Die Bildfläche ist ein perfekter improvisatorischer Standort dafür, um zu konstruieren, entwerfen, ready-made zu verwenden, nach Artefakten (wie authentisch vor Ort abgerissene Plakate)suchen, verschiedene Materialen und Stile frei zu einer mentaler Erinnerungslandschaft kombinieren. Deswegen bezeichne ich deise meine Bilder und Collagen  als „erinnerte Landschaften“.

Mein Lieblingswerkzeug ist der Borstenpinsel, weil er der rohen Natur der Malerei gut entspricht und sich  im digitalen Zeitalter als ein wirkungsvolles Werkzeug manifestiert.  Acrylfarbe ist für mich der wichtigste Stoff. Es überzeugt mich durch seine universelle Einsatzmöglichkeit. Es ist gleichzeitig  die Farbe, der Farbstoff, das Bindemittel, der Klebstoff und der Lack in einem. Durch dieses Material verbinden sich Malerei, Collagen und Siebdrucke auf einer anderen Definitionsebene.  Das geschieht intuitiv, es ist ein emotionaler und schöpferischer Akt zugleich.

Das wichtigste an meinem Werk ist die Komplexität, die am Ende  entsteht, so dass die künstlerische Aussage eine reife Fülle und Volumen erreicht, sich der Gravitation entzieht und eigene Anziehungskraft  schafft. 

Andrej Wolff, 2013